Zum ersten Mal in einer Stadt anzukommen, hat einen ganz eigenen Rausch: Jeder Klang ist neu, jeder Duft unbekannt, und das Gedächtnis versucht, alles zugleich festzuhalten. Der französische Schriftsteller Pierre Loti, der im 19. Jahrhundert nach Istanbul kam, hielt diese ersten Augenblicke fest — und der Ort, den er beschreibt, sind genau jene Hänge, an denen sich unsere Hotels heute befinden.
Ein Beyoğlu im August
Die von Loti geschilderte Szene spielt an einem Sommertag. Ein lautes Taksim-Viertel hoch über Beyoğlu; europäische Kostüme, die die Kleidung des Orients „angreifen“; große Hitze und strahlende Sonne. Ein milder Wind, der zwischen den vergilbten Augustblättern Staub aufwirbelt; die Rufe der Obsthändler; Straßen, angehäuft mit Trauben und Wassermelonen... Der Schriftsteller sagt, diese Bilder seiner ersten Minuten in Istanbul hätten sich tief in sein Gedächtnis eingeprägt.
Genau betrachtet beschreibt Loti weder ein Denkmal noch einen Ausblick; er beschreibt die Menge, den Duft und den Klang. Die Stadt empfing ihn nicht mit ihren Gebäuden, sondern mit ihrer Lebendigkeit.
Warum fühlt es sich noch immer vertraut an?
Diese Zeilen stammen aus einer Zeit vor beinahe einhundertfünfzig Jahren, und doch wirken sie seltsam vertraut. Auch heute begegnet ein Gast, der nach Galata kommt, zuerst den Klängen: dem Läuten der Straßenbahn, dem Ruf eines Straßenverkäufers, den Gesprächen, die sich in den engen Gassen vermehren. Sommerabende sind noch immer warm und staubig; Obststände reichen noch immer bis auf den Gehweg.
Als Loti schrieb, befanden sich diese Hänge mitten in einem umfassenden Wandel: Die Stadtmauern waren abgerissen worden, der Tünel war eröffnet worden, und die ersten Apartmenthäuser begannen emporzuwachsen. Der Schriftsteller traf also in einem der lebhaftesten Jahrzehnte der Stadt ein — die Fassaden, die wir heute als „historisches Stadtbild“ bezeichnen, waren damals nagelneu.
Ihr eigener erster Blick
Ein Vorschlag: Stecken Sie in Ihrer ersten Stunde in Galata Ihr Telefon in die Tasche und schauen Sie fünfzehn Minuten lang einfach nur um sich. Auf die Neigung des Hangs, das Klappern der Fensterläden, den Kaffeeduft, die Schlange hinauf zum Turm. Genau das tat Loti — und schrieb anschließend darüber.
Wir sagen unseren Gästen immer dasselbe: Dieses Viertel erschließt sich nicht durch Planung, sondern zu Fuß. Richten Sie sich in Ihrem Zimmer ein, lassen Sie Ihre Tasche zurück und gehen Sie hinaus. Ihr erster Eindruck ist ebenso wertvoll wie der eines französischen Schriftstellers.
Quelle: „Barnathan-Apartments“ (Çiğdem Oğuz, Nar Yatırım, 2016). Für einen Aufenthalt im Herzen Galatas: Meroddi Hotels →



