Wie sahen die Straßen, in denen sich unsere Hotels befinden, vor vierhundert Jahren aus? Der wohl unterhaltsamste Zeuge, der diese Frage beantworten kann, ist Evliya Çelebi, der große Reisende des 17. Jahrhunderts. Die Zeilen, die er in seiner Seyahatname Galata widmet, schildern das Viertel mit einer Lebendigkeit, die wir noch heute wiedererkennen können — und das vor allem anhand des Essens.
Ein Viertel des Überflusses
Evliya Çelebi zufolge findet man hier die besten Früchte und die erlesensten Speisen und Getränke; sogar „Vogelmilch“, Nahrung für Körper und Seele, ist in Galata zu finden. In der Sprache jener Zeit ist dies ein Lob des Überflusses: Was immer man sucht, es ist da.
Wenn er auf die Basare zu sprechen kommt, gerät er noch mehr ins Schwärmen. Im Zuckerbäckerbasar seien katremiz in Flaschen in tausenden Farben sowie mit Moschus und Ambra parfümierte, eines Sultans würdige Süßigkeiten verkauft worden; Vergleichbares, schreibt er, habe es nur im paradiesgleichen Damaskus gegeben. Frühlingshalva mit gemusterten Blättern, gewürzter Simit, Kompassuhrmacher, Krämer mit Kristallglas und Sanduhren — Galatas Basar war für ihn ein Schaufenster der Welt.
Vier Gruppen von Bewohnern
Die interessanteste Beobachtung des Reisenden ist seine menschliche Landkarte des Viertels. Er teilt die Bewohner Galatas in vier Gruppen ein: Seeleute, Händler, Kunsthandwerker jeder Art und kalfaternde Zimmerleute. Anschließend nennt er die Gemeinschaften einzeln: Die Griechen, schreibt er, zeichneten sich als Schankwirte aus, die Armenier in der Kunst der Pastırma-Herstellung und die Juden als Handelsvermittler. Er zählt wohlhabende Kapitäne auf und nennt sogar einen beim Namen: Kapitän Elvan.
Dieses Bild wird auch durch Archivdaten bestätigt. Das von den Genuesen übernommene Galata blieb auch in osmanischer Zeit ein Hafen- und Handelszentrum; nach der Zählung von 1455 lebten in dem Gebiet nur zwanzig Türken, und die Wohnviertel waren nach ethnischer Herkunft getrennt — doch die Straßen mit Geschäften bildeten die Ausnahme von dieser Regel: Dort lebten alle eng beieinander. Mit anderen Worten: Galatas Handel war schon damals multikulturell.
Jahrhunderte später in denselben Straßen
Der von Evliya Çelebi beschriebene Basar ist verschwunden, doch die Gewohnheit ist geblieben. Galata ist auch heute ein Viertel des Essens und Trinkens, kleiner Geschäfte und einer Betriebsamkeit, die vom Morgen bis zum Abend anhält. In unseren eigenen Häusern führen wir diese Tradition fort: Frühstücksbuffet und abendliche Live-Musik im Garten von Barnathan Garden mit Blick auf den Turm; ein À-la-carte-Morgen im Barnathan Roof mit gleichzeitigem Blick auf das Goldene Horn und den Bosporus; und die Straßentische von Lattas in Serdar-ı Ekrem.
Vor vierhundert Jahren kam ein Reisender hierher und schrieb: „Das Beste von allem findet man hier.“ In denselben Straßen bemühen wir uns, diesen Anspruch weiterzutragen — nur nehmen diesmal Sie am Tisch Platz.
Quelle: „Barnathan Apartmanları“ (Çiğdem Oğuz, Nar Yatırım, 2016). Für Frühstück und Abendessen in Galata: Gastronomie →



